Gedanken einer Erwachten

lieben, glauben, kämpfen - leben!
 
 

Von Verlorenen und Versagern

Es gibt ja viele verschiedene Sorten von Menschen ich persönlich lenke meine Aufmerksamkeit gern auf Randgruppen. Und in diesem Eintrag möchte ich auf diese Persönlichkeiten aufmerksam machen. Genauer genommen auf Menschen, die unter SSV und Suizidgedanken leiden, deren beste Freundin ANA ist, oder welche einfach nicht aufhören können zu essen. Vielleicht auch über die Punks, die gegen alles sind, und dabei nicht bemerken, dass sie sich eigentlich nur aus irgendwelchen Gründen tief verletzt sind und das aber nicht wahrhaben wollen. Es geht um die Menschen, mit psychischen Problemen. Um die In der Welt Verlorenen.
Aber die sind doch alles andere als stark?
Falsch. Sie kommen nicht in unserer Welt zurecht. Das ist ein erheblicher Unterschied! Fangen wir doch mal andersrum an:

In einer Welt, in der es die fantastischsten Erfindungen gibt, in der alle mit Hilfe von Smartphones und mobilem Internet immer auf alles, was sie grade brauchen, zugreifen können, läuft alles schneller. Schulabschluss, irgendeine Form der Ausbildung und dann Geld verdienen. Ins Muster passen.
Klar, das Muster kann verschieden aussehen, aber passen muss es. Der Lebenslauf, das Aussehen, das Verhalten, die Visionen; das alles sollte in irgendeiner Form den allgemeingültigen Normen entsprechen. Das alles geht so schnell, dass man sich eigentlich nie die Zeit nehmen kann, darüber wirklich nachzudenken. Also nimmt man die Ideen von geschätzten Modell-Menschen an. Was willst du später mal werden? – „Mh. Bankkauffrau wahrscheinlich. Das wurde mir in der Schule oft vorgeschlagen und würde ich gut verdienen. Das klingt auch ganz interessant.“ Implizierte Gedanken. Aufs Geldverdienen ausgerichtet. So ist das heute. Und ich verüble es keinem, weil es einfach… ja, weil es in unserer Zeit einfach so ist.

Aber was ist, wenn du beginnst, über all das nachzudenken? Was, wenn du nach dem Nachdenken feststellst, dass diese Welt scheiße ist, dass man es hasst, so leben zu müssen wie eine Marionette? Was, wenn man diesen Normen nicht entsprechen will, sondern genau das Gegenteil, um zu zeigen, „dass man da nicht mitspielt“? Und was, wenn man aber in seinem Netz feststeckt und nicht dagegen ankommt?

Tja, das ist die Frage. Was dann? Viele wissen keine Antwort darauf, die sie realisieren können, also ist der „Ausweg“ einfach auszusteigen. Selbstmordgedanken sind nichts abnormales mehr heutzutage. „Warum sollte ich noch weiterleben? Macht doch eh alles keinen Sinn mehr! SO wie die alle will ich nicht leben!“

Und soll ich euch was sagen?
Ich kann diese Gedanken gut verstehen. Diese Scheinwelt, diese künstliche Fake-welt, in der will ich auch nicht mehr leben, Nein. Und ich kann jeden verstehen, der das genauso sieht.
Meine aktuelle Sichtweise unterteilt Menschen in folgende 3 Schubladen: Die Normalen, die halt so leben, wie man es kennt, in dieser Welt, die für sie logisch und richtig scheint. Die Erwachten, die sich daraus ausklinken (durchstreichen) diese umwandeln. Das sind z.B. die ganzen Veganer, die Plastikvermeider und Naturmenschen. „Zum Beispiel“ wird hier betont, weil es so viele wunderbare neue Wege gibt.
Und die dritte Kategorie ist die, über die ich grade die ganze Zeit rede: Die, die über den Tellerrand hinausgesehen haben, denen das aktuelle Bild nicht gefällt und die aber noch keinen Ausweg gefunden haben. Die Depressiven, die Obdachlosen, die stillen Poeten.. all diese Menschen, die in unter genormten Umständen nicht weiter machen wollen.

Ich habe diese Leute nie als Versager angesehen. Für mich sind diese Menschen sogar sehr wertvoll, denn sie haben die Möglichkeit, die Welt mitzuverändern. Denn, mal ganz ehrlich, wenn man bei den meisten Menschen mit Gedanken wie Konsumreduzierung oder sonstwas kommt, nicken sie vielleicht höflich und sagen, dass das ja eigentlich richtig ist, vergessen es aber genauso schnell. Die „Verlorenen und Verlassenen“ hingegen, die haben doch in ihrer Welt eh nichts mehr verloren. Ich glaube, das ist der Grund, weshalb sie einem mit unkonventionellen Gedanken oft besser zuhören als andere.
Ich wünsche mir sehr, dass ich diesen Menschen (später) aus ihrem Loch raushelfen kann. Denn es gibt Wege. Und jeder kann seinen rausfinden, wenn er danach sucht. Wenn er bereit ist, danach zu suchen..

Und wenn man sich mal umsieht.. es gibt immer mehr Erwachte. Der „Ökowahn“ nervt sogar schon meinen Stiefvater. Die Zahl der Depressiven, der „Verlorenen“, nimmt immer weiter zu.
Nein, ich sage nicht, dass das schön ist, sondern das ich es als Zeichen empfinde. Als Zeichen, dass es so scheinbar ganz wirklich nicht weitergeht, weil alle kaputt gehen.

Ich für meinen Teil möchte dieses Zeichen gern wahrnehmen, daran ansetzen und die Ursachen dessen bekämpfen.

Macht ihr mit?
Dann lasst uns lieben!
Lasst uns an eine gute Welt von Morgen glauben.
Lasst uns die Welt erträumen, und dafür kämpfen!

Lasst uns leben, denn das Leben ist schön!

 

Eure Nena ♥

12.4.16 22:37

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Exhausted / Website (12.4.16 20:57)
Ich tu mich etwas schwer mit deinem Eintrag, weil man meiner Meinung nach, nicht all diese Menschen in einen Topf werfen kann (Menschen, die sich selbst verletzen, Suizidgedanken haben, depressiv sind, ANA-Anhänger, Punks, Menschen mit Depressionen...). Noch gewagter finde ich es aber, sie als Menschen darzustellen, die bewusst aus dieser Welt aussteigen wollen. Das mag auf manche zutreffen, aber sicher nicht auf alle, die du da nennst. Zum Beispiel sind die Menschen, die diesen Ana-Kult verfolgen, meistens sehr junge Mädchen, die eben genau dieser Welt da draußen folgen wollen und glauben, dass sie abgemagert sein müssen, um glücklich zu sein (obwohl sie meist sehr wohl wissen, dass das ungesund und dadurch auch unvernünftig ist...). Auch Menschen mit Suizidgedanken haben diese doch häufig auch aus ihren persönlichen Problemen heraus und nicht zwangsläufig weil sie gesellschaftskritisch sind (wobei es wiederum etwas anderes ist, wenn sie diese Gedanken haben, weil sie sich nicht gesellschaftsfähig fühlen und auch dann haben die Probleme einen viel tieferen Ursprung).


Der Gedanke hinter diesem Eintrag ist, wie in all deinen Einträgen, sehr liebenswert und sehr menschorientiert. Und auch wenn ich den Großteil der Gedanken speziell in diesem Eintrag nicht unbedingt teile, sehe ich es zumindest auch so, dass alle diese Menschen wertvoll sind.


Ich stelle in meinem Alltag in der Schule übrigens immer wieder fest, dass die Probleme viel eher beginnen und kann nicht gerade behaupten, dass sie erst dadurch entstehen, dass jemand über den Tellerrand blickt und feststellt, dass er nicht in diese Welt passt. Es gibt zunehmend Kinder, die von ihren Eltern nicht mehr die Liebe, Geborgenheit und Zuwendung erfahren, die ich jedem Kind wünsche. Dabei gehören sie zu den elementarsten Erfahrungen, die uns dabei helfen, im Leben zurecht zu kommen.


Nena (12.4.16 21:06)
Danke für deine Worte. Ich mag Kritik
Ja, du hast Recht, so wie ich es formuliert hab, ist es wohl wirklich sehr unbedacht "über einen Kamm geschert". Also grenze ich hiermit ein: Natürlich kann ich nicht von allen diesen Menschen in gleichem Maße sprechen, wirklich nicht.
Dennoch hatte ich bei jeder Personengruppe, die ich da genannt habe, jemandem im Hinterkopf, möglich ist es also. Grade was all die psychisch Kranken (SSV, Depression und Co.) angeht, hab ich meine Gedanken wohl eher falsch in Worte gefasst. Du hast es besser formuliert. Sie sind nicht gesellschaftsfähig. Aber wenn diese Menschen, denen es ja eigl gut geht und die auch nicht dümmer/schlechter/zurückgebliebener sind als andere, nicht gesellschaftsfähig sind, dann kann doch an der Gesellschaft etwas nicht stimmen, oder?
Also kann ich vlt nicht behaupten, dass alle Verlorenen bewusst kritisch sind, aber dennoch, dass sie der Inikator dafür sind, dass etwas nicht richtig läuft, oder?


Exhausted (12.4.16 22:08)
Ja, das definitiv. Durch die Schnelllebigkeit und sicher auch durch die heutigen Medien (wobei sich beides auch gegenseitig bedingt) haben wir in unserer Gesellschaft heute Probleme, die es früher vielleicht nicht gab. Gleichzeitig finde ich, dass in dieser Welt nicht erst seit zehn oder zwanzig Jahren etwas schief läuft. Die Menschheit hat vermutlich schon seit ihrer Existenz immer wieder mit Schwierigkeiten zu tun, was meiner Meinung nach generell eine Folge von Gesellschaft ist. So wie Gesellschaft sehr glücklich machen kann, kann sie auch sehr schwierig sein. Für mich gehören beide Seiten dazu, was aber natürlich nicht heißt, dass die Probleme unserer heutigen Gesellschaft nicht trotzdem beachtet und wenigstens ansatzweise gelöst werden sollten. Es sind heute andere Probleme als früher. Sicherlich auch, weil viele Menschen sich heute mehr mit sich und der Welt befassen als es früher teilweise der Fall war (früher war allein schon oft die Zeit nicht da). Früher hat man sicherlich nicht so oft nach dem Sinn gefragt, wie heute. Man hat sich mit dem Leben, das man hatte, zufrieden gegeben.

Immer mehr Menschen bekommen psychische Krankheiten diagnostiziert und/oder gehen zum Psychologen. Ich denke, es liegt aber genauso auch daran, dass es heute nicht mehr ganz so sehr ein Tabu ist, wie früher. Manchmal befinden sich Menschen in Therapie für Dinge, die Menschen früher mit sich alleine ausgemacht hätten. Heute sucht man sich dafür Hilfe. Zumindest das ist nicht unbedingt etwas Schlechtes.

Meiner Meinung nach liegen die wesentlichen Veränderungen, die zu all diesen Problemen führen, immer noch in der Erziehung. Das wird meinem Eindruck nach tatsächlich eher immer schlechter statt besser.

So gesehen, alles in allem: Dieser Indikator besteht, ja. Ich frage mich aber, wann jemals alles richtig gelaufen ist, was die Menschheit und die Gesellschaft betrifft.


Thomas / Website (13.4.16 17:26)
Liebe Nena,

für mich hat es sich schon immer richtig angefühlt, mich nicht anzupassen, sondern meinen eigenen Weg zu suchen.
Die Meinung der meisten Leute ist mir ziemlich egal, ich lebe nicht für sie.
Damit führe ich trotz aller Herausforderungen ein ausgeglichenes Leben und freue mich darüber.

Ich freue mich für Dich, dass Du Deinen eigenen Weg suchst und nicht mit der Masse mitschwimmst.

Dir alles Gute dafür.

Thomas

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