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"Nur mal rasch.." / Selbstexperiment

Vor langer Zeit (so fühlt es sich zumindest an) habe ich in der Schule eine Facharbeit über Smartphones geschrieben. Eine sehr kritische Auseinandersetzung. Ihr könnt sie links in der Leiste finden. Ich betrachtete den Einfluss, den diese technokratischen Gegenstände auf unsere Beziehungen haben. Jegliche Arten von Beziehungen. Es war eine solide 13 Punkte Arbeit, die meine Lehrerin mit den Worten „Gute Grundlage für weitere Arbeiten“ kommentierte. Auf diesen Satz bin ich sehr stolz, denn genau das hatte ich schon beim Schreiben vor: Das Thema auf noch mehr Bereiche ausweiten. Auf die Strahlung, auf den Einfluss der Medien, die Veränderung der Zeitwahrnehmung und des Tagesablaufes, auf Sicherheit und dessen Empfinden, auf Information.

Ungewollt habe ich bezüglich dieses Themas ein Selbstexperiment gestartet. Meine Gastmama hier in Irland hat mich – weil sie noch eins hatte und ich mit irischer Nummer erreichbar sein sollte – mit einem HTC one irgendwas ausgestattet. Das Ding ist soagar so modern, dass viele neidisch waren. Meine Gastmami meinte, es wäre gut, wenn ich den Facebook Messenger hätte, so können wir immer kostenlos schreiben und telefonieren. Ja, kostet nur meine Freiheit und NSA-Informationen, dachte ich mir so. Aber diskutiert mal mit ihr. Also hab ich jetzt sogar noch eine Google-mail Adresse. Na klasse.

Ich wusste vom ersten Moment, dass ich so einem Ding, sobald ich eines habe, verfallen werde.
Wer hat es nicht gern, Nachrichten von Menschen zu bekommen? (vor allem, wenn all deine Lieblingsmenschen 1600km von dir entfernt sind..)
Es wurde Schritt für Schritt immer mehr, bis ich sogar die Fotofunktion begonnen hab, zu nutzen. Vorher habe ich außer Facebook und den normalen Internetseiten nichts angerührt. Ich habe auch nach wie vor keine Apps runtergeladen. Aktualisierungen nur ohne meine Genehmigung. Wäre ja noch schöner, wenn ich anfange, mit dem Ding spiele zu Spielen oder sonstwas.
Wie dem auch sei, nach 4 Monaten musste es dann so kommen, dass es beim ca. 5x runterfallen splittert. Scheiße. Aber nur, weil es nicht meines ist. Ansonsten bin ich irgendwie froh darüber. Die Angst, es noch weiter zu demolieren lässt es mich öfter zu Hause liegen lassen, wo ich es mit meinen tollen (Ironie!) mobilen Daten ja immer noch überall nutzen kann.

Es ist diese Sogwirkung, von der auch ich mich nicht lösen kann. „nur schnell gucken, ob ich eine Nachricht habe“, bewirkt, dass ich schnell meine Mails auch noch checke, dann noch eine weitere Community… bis ich irgendwann festgestellt habe, dass mir niemand irgendwo geschrieben hab und 10 min vergangen sind. Mehrmals am Tag. Schlimmer noch, wenn ich eine Nachricht habe. Dann wird geantwortet und auf die Reaktion gewartet. Teufelskreis. Die Kinder, um die ich mich kümmere, müssen dann eben kurz warten.

Halt Stop.

Bitte was? 0o

Ja, genau. Das ist mit mir passiert. Und ich hasse mich dafür. Ich bin jederzeit erreichbar geworden, und obwohl es nervt, ändere ich es nicht.

All das sind Umstände, die mir im Grunde vorher klar waren. Dennoch fasziniert es mich, dass sie wirklich so stark wirken.
Sobald du die Möglichkeit hast, mit deinen Lieben in Kontakt zu sein, wann immer sie Zeit haben, tust du es. Ansonsten verpasst ihr euch ja vielleicht zu oft.
Es ist Wahnsinn.

Deshalb bin ich wiederum und unumstößlich zu meinem alten Schluss gekommen:
Die einzige Lösung ist, auf Smartphones komplett zu verzichten!
Punkt.
All die Vorteile, die es bietet, sind keine. Denn die Zeit, die du ohne ein Smartphone in Form von „Ich guck nur mal rasch, ob‘s was Neues gibt“ sparst, hast du locker Zeit, Informationen, die du brauchst, am PC zu recherchieren.

Auch fängt man an, mit Smartphone planlos und ungeplant zu werden. Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema..

Ich für meinen Teil bin heilfroh, wenn ich dieses Spielzeug am 5. Juli getrost zurück in die Hände meiner Gastfamilie geben werde und auf mein altes, halbfunktionierendes und dadurch internetfreies Handy zurückzukommen kann! (auf das bis dahin wenigstens die SMS wieder senden ^^)

Beste Wünsche und wenn ihr mögt viel Spaß beim Lesen meiner Facharbeit,

eure Nena ♥

14.6.16 23:28

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (15.6.16 06:09)
Nun ja - die Teile haben Vorteile wie auch Nachteile, wobei man sich nicht zum Sklaven der Technik machen sollte.

Die Äußerung mit dem kostenlosen Schreiben/Telefonieren finde ich immer spaßig - Du zahlst einen monatlichen Festpreis um Funktionen nutzen zu können...

Und auch mit dem SP kann man SMS verschicken...

egal - nutze es wie es passt und übertreibe es nicht

GLG

Maccabros


nena (15.6.16 09:53)
Das ist ja der Punkt, ab wann fängt das eigene versklaven an? Für mich, wenn ich regelmäßig den drang habe, auf diesen Bildschirm zu sehen.. und das habe ich.. sieh,ich bin vor 9 Uhr schon online. Würde mit mit meinem normalen Laptop selten. Passieren..
Und das ich auch mit meinem Spielzeug sms senden kann, ist mir bewusst.. nur mein normales Handy macht das im Moment nicht ^^


Schatzsucherin / Website (18.6.16 22:34)
Das Problem daran, immer überall sein zu wollen, ist, dass man irgendwann nicht mehr voll und ganz im Hier und jetzt ist. Ein Problem und eine Versuchung, die wir wohl alle kennen, und dem zu widerstehen verlangt viel Disziplin (die ich leider nicht habe)...

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