Gedanken einer Erwachten

lieben, glauben, kämpfen - leben!
 
 

Aufwachgedanken

Ein wundervoller Text einer wunderbaren Poetry-Slam-Text-Autorin, die meine Gedanken und Gefühle grad wunderbar perfekt wider gibt.

 

 

@Romeo W/<3

 

Weißt du, was ich gern wissen würde?

Ich würde gern wissen,
wenn irgendwo etwas zu Ende geht,
ob dafür anderswo ein Stern aufflimmert,
und egal, wie oft die Erde sich noch dreht,
ob sie sich irgendwann an uns erinnert.

Was war das?
War es die Nachtigall oder die Lerche,
die tagverkündend aus dem Schlaf uns sang?
Nein! Der Vogel war dein iPhone Wecker,
der durch unsere bangen Ohren drang!
Man sagt, Marimbas Harmonie sei süß,
doch ist sie nicht - "sie zerreißt unsre ja"!
"Stets hell und heller wird's",
und ich weiß: Bald müssen wir scheiden.
Doch der Tag ist jung, jünger als wir.
Kannst du nicht noch etwas bleiben?
Ich mein, du kannst jetzt noch nicht gehen.
Wer weiß, wann wir uns wiedersehen?

Denn ohne dich kann ich nicht schlafen,
dann stellt mein Kopf sich tausend Fragen,
wie: Wohin führen mich all die Tage,
wenn am Ende nicht in deine Arme?
Also hör zu, drück noch auf Snooze,
schenk uns nur fünf Minuten Ruh
und lass uns einfach mal so tun,
als ob das heut unser Tag ist.

Und solange du noch da bist,
erfüll doch in den fünf Minuten
bitte einen Wunsch von mir,
danach lass ich dich auch fort.
Denn nur eines ist mir mehr wert
als ein Kuss von dir,
und zwar ist das dein Wort.

Ich mein, du kennst mich ja inzwischen,
ich rede gern und denk viel nach,
und deshalb würde ich mir wünschen,
dass du mir ein paar Dinge sagst.

Sag mir,
wenn irgendwo etwas zu Ende geht,
dass dafür anderswo ein Stern aufflimmert,
und egal, wie oft diese Erde sicht noch dreht,
dass sie sich an uns erinnert.

Sag mir, das nicht das Schicksal,
sondern ich mein Leben selbst bestimme
und dass ich - sollte ich mich verlieren -
mich immer wieder finde.
Und sag mir, dass uns das, was uns nicht umbringt,
härter macht
und das uns jede Krise so wie diese hier
noch stärker macht.
Sag mir, dass es normal ist,
dass ich nicht auf alle Fragen eine Antwort weiß
und dass du, bis wir eines Tages alt sind,
noch an meiner Seite bleibst.

Und sag mir, dass ich mich nicht hetzen muss,
weil ich immer genug Zeit hab,
sag mir, dass du mein Zuhause bist,
und ich bisher nur verreist war.

Sag mir, dass du immer da bist,
auch wenn ich dich mal nicht sehe,
und dass alles, was Blüten trägt, nur wachsen kann,
wenn es regelmäßig regnet.
Sag mir, auch wenn wir nichts besitzen,
dass wir dennoch ganz viel haben,
und sag mir, dass du kopfstehst,
un die Welt für mich zu tragen.

Und sag mir,
wenn irgendwann etwas zu Ende geht,
dass dafür anderswo ein Stern aufflimmert,
und egal, wie lang die Erde sich noch dreht,
dass sie sich an uns beide erinnert.

Die fünf Minuten Snooze sind um,
und nun lass ich dich fort.
Jetzt will ich nur noch einen Kuss,
denn ich hab ja schon dein Wort.

Ich fange an, dich zu vermissen,
aber ich lass dich trotzdem gehen.

Nur eines noch solltest du wissen,
falls wir uns nicht mehr wiedersehen:
Ich lern dich gerne kennen,
jedes Mal ein bisschen näher.
Ich verstehe, wer du bist,
jedes Mal ein bisschen mehr.

Oh, wie gerne würde ich dich festhalten
und zu mir in meine Tasche tun,

dich festhalten wie Sonnenstrahlen
kurz vor Beginn der Dämmerung.
"Stets hell und heller wird's",
das kann kein Wort der Welt verhindern.
Geh nur, sei beruhigt,
du musst dich nicht um mich kümmern.

Denn auch wenn unsere Zeit zu Ende geht,
wird dafür anderswo ein Stern aufflimmern,
und egal, wie oft die Erde sich noch dreht,
sie wird sich an uns erinnern.

Julia Engelmann

23.8.16 11:29

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (24.8.16 20:03)
wunderschön...♥....

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