Gedanken einer Erwachten

lieben, glauben, kämpfen - leben!
 
 

Das Geheimnis glücklicher Menschen

„Man kann nichts verarbeiten, was man nicht vorher gefühlt hat“

Korrekt. Vollkommen korrekt. Und genau hierzu nun ein paar Auszüge aus einem Buch, die mich schwer beeindruckt haben:

„Ein Verständnis für Gefühle war bis zur Mitte unseres Jahrhunderts (zumindest in unserer Kultur) in der Kindeserziehung kaum vorhanden. Die Ära des „Große Jungen weinen nicht“ und „Mädchen sind nicht wütend“ ist grade erst vorbei. […] In ihrer reinen Form sind Gefühle deutlich erkennbare Muster körperlicher Empfindungen, die während bestimmter Situationen erfahren werden. Ihre Intensität schwangt zwischen kaum merklich und sehr stark. Gefühle begleiten uns, während wir die täglichen Ereignisse in unserem Leben bewältigen, ununterbrochen, fließen hin und her, vermischen sich und trennen sich. Wir fühlen fortwährend etwas – Gefühle sind Ausdruck des Lebens selbst!

Es gibt vier Grundgefühle:
Wut, Furcht, Traurigkeit und Freude“

Und an dieser Stelle gingen meine Gedanken zu dem relativ aktuellen Film „Inside out“ bzw. „Alles steht Kopf“. Ich hab ihn in Irland mit meinen Au-pair Kindern geguckt und muss gestehen: ich fand diesen Film zu Gefühlsarm. Ja, tatsächlich. Dort gab es nur 5 verschiedene Emotionen, nur eine davon positiv (auf den ersten Blick). Nur fünf Emotionen waren mir schlichtweg zu wenig: Freude, Trauer, Angst, Wut und Ekel. Ich dachte, sie hätten aus Einfachheits- und Verständlichkeitsgründen auf weitere Gefühle verzichtet, um es Kindern verständlicher zu machen, und sie nicht mit unserem Gefühlschaos zu überfordern.
Gespannt las ich weiter:

„Alle anderen Gefühle sind Mischungen dieser vier, ähnlich den vielen Farben, die aus den Grundfarben Rot, Geld und Blau zusammengesetzt werden können. Tausende von Kombinationen sind möglich – Eifersucht zum Beispiel ist eine Mischung aus Furcht und Wut, Nostalgie eine Mischung aus Traurigkeit und Freude. Was sind wir doch für interessante Geschöpfe!
[…]
Manchmal wünscht man sich fast, man hätte keine Gefühle – wäre das Leben dann nicht einfacher? Vor allem die negativen Gefühle wie Wut und Traurigkeit quälen uns oftmals. Warum nur hat uns die Natur mit diesen hochaufgeladenen Zuständen ausgestattet? Alle Gefühlszustände spielen aber in unserem Leben eine sehr wichtige Rolle.

Warum haben wir Gefühle?

Nehmen wir zuerst die Wut: Stellen Sie sich eine Person vor, die keine Wut empfinden kann – scheint das nicht so, als ob Sie ganz ohne Rückgrat aufgewachsen sei? Eines Tages steht diese Person auf dem Parkplatz eines Supermarkts; ein Auto fährt heran und parkt auf Ihrem Fuß; und wegen Ihrer grenzenlosen Sanftmut wartet sie solange, bis der Fahrer des Wagens zurückkommt und den Fuß wieder freigibt. Wut ist die Kraft, die uns für uns selbst einstehen lässt. Ohne Wut wären wir nur Sklaven, Fußmatten, Herdenvieh (mehr noch, als wir es ohnehin schon sind). Wut ist unser Antrieb zu Freiheit und Selbsterhaltung.
Furcht ist auch sehr nützlich. […] Furcht bremst uns, zwingt uns innezuhalten, nachzudenken, Gefahren zu vermeiden – auch wenn unser bewusstes Denken noch nicht weiß, worin die Gefahr besteht.
Traurigkeit ist das Gefühl, das uns hilft zu trauern – und uns buchstäblich reinzuwaschen von dem Schmerz, den der Verlust einer Sache oder einer Person verursacht hat. Die chemischen Veränderungen, die mit der Traurigkeit einhergehen, helfen unserem Gehirn, Schmerz abzuleiten und voranzuschreiten in einen neuen Lebensabschnitt. Nur wenn wir getrauert haben, können wir „loslassen“ und neue Bindungen zu Menschen und dem Leben eingehen.

Richtig besehen, gibt uns …

… Wut die Freiheit.

… Furcht die Sicherheit,

… Traurigkeit die Fähigkeit, mit Menschen und der Welt Kontakt auszunehmen

Alle drei „Grundgefühle“ sind unabdingbar für das Glücklich-sein. Freude, das vierte Gefühl, kommt erst auf, wenn Wut, Furcht und Traurigkeit ausgelebt wurden.“

Zwischendurch habe ich mit meiner Schwester darüber philosophiert. Sie meinte vorher, die Freude wäre das Gefühl, was von Beginn an da ist. Der Ursprung. Ich finde, beide Aussagen können sich ergänzen. Freude, Glück, Liebe.. wie immer ihr es nennt, ist von Anfang an da. Nur durch die anderen Emotionen wird das Ganze ungleich intensiviert. Mein guter und langjähriger Freund und ich erkannten folgendes: Am Ende ist es doch viel eher die Gleichgültigkeit, die uns umbringt. Dieses nur noch existieren versperrt uns das leben.
Also Leute, Schritt eins: LEBT! Bitte, ich bitte euch so sehr: seid wütend, traurig, auch mal ängstlich. Und dann lernt ihr, was Glück ist. Ihr könnt Freude grundlegend anders wahrnehmen, überhaupt erst vollständig verstehen. Es ist wunderschön!

Okay, die Wut haben wir jetzt soweit verstanden. Noch ein paar Sätze dazu und dann geht’s weiter mit der Trauer:

„Es ist eine Frage des Gleichgewichts. Wird jemand schlecht behandelt, muss er fähig sein, sich dagegen laut und mit Nachdruck zu wehren – und zwar frühzeitig, bevor er in Rage gerät oder gar handgreiflich wird. […]

Es tut gut, sich einmal auszuweinen, wenn die Traurigkeit überhandnimmt. […] Ab und zu die Tränen fließen zu lassen ist aber so natürlich wie Atmen. Abgesehen davon, dass Nichtweinen keineswegs ‚stark‘ macht, führt es zusätzlich zu inneren Verkrampfungen und Spannungen. Man lebt tendenziell eher in der Vergangenheit und findet schwer Kontakt zur Gegenwart. Man hat Angst vor den Gefühlen anderer Menschen und vor allem, was mit Verlust und Tod zu tun hat. Wer gelernt hat, sich auszuweinen und die Traurigkeit sozusagen auszuscheiden, erfährt, dass jede Situation im Leben bewältigt werden kann. […]“

Spannende Worte. Vorher wurde auch was dazu gesagt, dass es nach wie vor schwierig ist, als Mann zu weinen. Zufällig kenn ich wen, der seit Jahren keine Träne mehr vergossen hat. Auf der anderen Seite bemerk ich grad, dass derjenige solche Spannungen tatsächlich auch schon physisch erfahren hat. Vielleicht hängt das ja damit zusammen, wer weiß das schon. Prinzipiell entfern ich mich grad davon, solang und tief in anderer Menschen Psyche zu bohren, bis ich „Fehler“, oder „Entwicklungsstörungen“ oder „Probleme“ gefunden hab. Wenn man lang genug guckt, findet man die immer, auch bei mir. ^^ Aber das ist doch verrückt. Genau diese verschiedenen Biographien machen uns doch zu dem, was wir sind, mit all unserer persönlichen Einfühlsamkeit..

Alles in einem konnt ich mit diesen Ansätzen ne ganze Menge anfangen. Klar, Gefühle müssen gefühlt werden. So logisch, und doch versuchen wir zunehmend, uns einfach nur noch zu betäuben..

Lassen wir Gefühle hingegen zu, kann das Schmerzhaft werden, klar. Aber danach geht es einem besser, man fühlt sich befreit und intensiver. Viel intensiver, denn, wie wir gelesen haben: Erst durch Wut, Trauer und Angst werden wir vollständig in der Lage sei, Freud zu verstehen..

 

In diesem Sinne..
In Liebe,
eure Nena ♥

PS: Die Auszüge sind aus dem Buch: Das Geheimnis glücklicher Kinder von Steve Biddulph

17.4.17 19:07

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