Gedanken einer Erwachten

lieben, glauben, kämpfen - leben!
 
 

Entrümpelung.

Je weniger du hast, desto mehr Raum ist für deine Gedanken. Kein Zeugs, was geputzt werden muss oder Aufmerksamkeit braucht. Nur noch Dinge, die dir nutzen, die du brauchst und regelmäßig beachtest.

Ich war schon immer so ein Sammel-kind. Ich hab scheinbar furchtbare Angst zu vergessen. Seit ich denken kann, horte ich kleine Dings, um mich an dieses oder jenes Ereignis zu erinnern. Man vergisst so schnell und DARAN will ich mich aber gern später noch erinnern. So oder so ähnlich geht es dann in meinem Kopf voran. Und alle Jahre hab ich das gepflegt. Irgendwann keine Dings mehr aufgehoben, sondern Zettel geschrieben, Notizen auf Eintrittskarten geschrieben. Als würd ich mich nicht durch die Karte allein schon erinnern, wenn es etwas wirklich schönes war. Nein, das reicht nicht. Alles muss konserviert werden.

Konservierte Liebe sozusagen.

Dieses Jahr ist mein Jahr des Alleinseins. Das weiß ich. DIe Zeit, sich damit innerlich auseinander zusetzen ist vorbei und nun kam ganz unerwartet abends um 9 Uhr der Gong für den nächsten Schritt. Ich habe schon zum Einzug von Minimalismus erzählt. Doch wenn ich jetzt, nach einem dreiviertel Jahr nochmal in meine Ecken in der Wohnung gucke, find ich so allerhand, was absolut unnütz ist; oder mir mehr raubt, als es mir gibt.

In meinem Bad steht jetzt nahezu nichts mehr. Meine Deko, die nur (ein)staubt fliegt größtenteils auch.
Endlich wieder mehr Platz!

Und dann.. ist die Musik plötzlich aus und ich seh die freien Regalplätze und dass ich nichts hab, was dahin kann.

Klar, je mehr räumliche Freiheit, desto mehr Gedankenfreiheit und möglichkeit. Ich kann mir die wunderbarsten Gedankenschlösser bauen. Brauche dazu nur ein paar Stifte und Blätter, vlt noch Bücher, die bei der Umsetzungsideensammlung Rat geben, und meine Gedanken reisen schneller, als mein Kopf hinterher kommt.
Und all das ist wunderbar und genau so gewollt.

Aber dann kommt da diese kleine Stimme, die sagt "Hey, je leerer der Raum, desto schneller fällt dir auf, dass du hier allein bist. Allein. Versprechungen zu Besuchen bringen noch lange keinen tatsächlichen Besuch."

Und sobald ich das schreiben will, die zweite Erinnerung: "Du weißt, dass genau das die Aufgabe ist. Du musst genau durch diese Angst des ständigen Alleinseins durch. Sobald sie dir nicht mehr wichtig ist, und du in dir und durch dich aufblühst, wird sie dir egal sein. Konzentriere dich nicht auf die Einsamkeit, sondern auf deine freudebringenden Dinge. Du liebst das Planen. Konstruiere Luftschlösser. Spiele. BEschäftige dich mit dem, was dir Freude bringt, bevor du beginnst, über deine Einsamkeit nachzudenken. Erinnere dich, dass du alles in dir selbst trägst und kannst und liebst. Nein, du bist nicht fürs alleinsein gemacht, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um deine Freude mit dir. Um deine Möglichkeiten, die du jetzt wahrnehmen sollst, bevor du dich in deiner erträumten Zukunft limitierst. Wenn du jetzt das Leben lebst, was du jetzt leben willst, brauchst du später nicht überlegen, ob du was vergessen hast "Vorzubereiten". Denn es ist alles da. Alles was du brauchst ist immer da. Zur richtigen Zeit. In genau der richtigen, notwendigen Menge."

 

Drauflosschreiben tut gut.

Danke fürs zuhören, wer auch immer das liest.

Ich liebe euch,
eure
Nena ♥

5.6.17 18:49

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 6 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Maccabros (6.6.17 07:00)
Ich lese es und wünsche Dir alles Gute - für das Leben, die Gedanken und das Schreiben...

GLG

Maccabros


Nena (6.6.17 13:08)
Danke, lieber maccabros! <3


Indianwinter (6.6.17 14:13)
Hallo liebe Nena,
das müsste ich auch wieder einmal, entrümpeln. Ich gehöre auch zu denen, die so gerne sammeln, leider.
Ab und zu überwinde ich mich, doch schwierig wird es immer bei Dingen, die ich geschenkt bekommen habe, vor allem, von den Kindern, als sie noch klein waren.
Ich glaube, es ist gut, herauszufinden, ob man allein sein kann. Auch das beinhaltet Freiheiten.
Allerdings hoffe ich, dass du nicht wirklich einsam bist. Ich denke, dass es da einen Unterschied gibt.
Ich wünsche dir sehr, dass du leben kannst, wie du es dir vorstellst, vor allem selbstbestimmt und finde es toll, dass du so einfach drauf losschreiben und damit deine Gedanken für dich so gut klären kannst.
LG, Indianwinter


Nena (6.6.17 19:27)
Liebe Indianwinter,
ich weiß genau wie's dir geht! Grade bei den Dingen, die mir meine kleine Schwester/ mein Bruder geschenkt und gebastelt haben, saß ich am längsten. Hab auch immer noch unnütz viele Bilder von ihnen. Aber gut, Schritt für Schritt. Bei der nächsten Aufräum"Welle" kann's schon wieder ganz anders aussehen. Mir macht das mittlerweile nämlich richtig Freude. Jedes Teil weniger ist ein bisschen mehr Platz für mich!

Und das Allein sein beschreibst du sehr treffend. Ab einer Bestimmten Menge wird es ziemlich schmerzhaft, aber wenn man über diese Schwelle hinweg ist, öffnen sich ganz neue Wahrnehmungen, Erinnerungen und Gefühle (okay, das klingt grad etwas abgedreht, aber so ähnlich gehts mir grade ^^). Ich bin grad auf einer neuen Stufe des Selbst-Bewusstseins.
Aber der Unterschied zur Einsamkeit ist zum Glück riesig. Einsam bin ich nicht. Ich habe so viele wunderbare Wesen, mit denen ich sehr nah verbunden bin. <3

Hab dank für deine Worte und deine "verlässliche" Leserschaft


Indianwinter (6.6.17 19:53)
Hallo Nena,
es ist schön, dass du auf jeden Fall liebe Menschen um dich hast, um nicht einsam zu sein.1
Außerdem freue ich mich, dass du so lieb bist und mir geantwortet hast.
Um deine Einträge zu lesen muss man sich ja Zeit
nehmen : ), doch es ist toll, zu sehen, dass du in deinem Alter nicht einfach draufloslebst, sondern auch sehr ernsthaft versuchst, deine Ideen umzusetzen, gerade auch im Hinblick auf Mutter Natur, ich denke da genauso.
Einen schönen Abend wünsche ich dir, LG, Indianwinter


Nena (6.6.17 22:36)
Ich danke dir von Herzen! <3

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