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Mobbing - meine Geschichte

Nun möchte ich auch euch hier meine Geschichte erzählen. Einfach, weil es wichtig ist. Einfach, weil es heute viel zu viele Idioten gibt, die nichts besseres zu tun haben, als sich das Maul über andere zu zerreißen. Es ist echt gruselig.
Und darum finde ich es verdammt wichtig, dass sich nicht die 'Elite', wie ich sie gerne nenne, über die anderen hinweg setzt, sondern dass die besonderen Menschen, diejenigen, die nicht in die engstirnige Welt des Durchschnitts passen, zeigen, dass sie mindestens genau so wertvoll für die Welt sind!

 

 

Ich hatte ein schönes, ruhiges und vor allem behütetes Leben.  In der Grundschule war ich immer mit Klassenbeste, hatte Grundschulfreunde, war immer glücklich und wurde akzeptiert. So ging es auch auf dem Gymnasium weiter. Ich fand gut Anschluss. Naja, gut, alle mögen einen nie, schon gar nicht, wenn man einen… naja, ungewöhnlichen KLamottenstil hat und einfach macht,was einem gefällt, unabhängig von der Meinung der anderen. Dumme Bemerkungen haben mich selten interessiert. Vieles hab ich damals gar nicht mitbekommen.
Dann fand Mama in ihre Jugendliebe wieder. Das Problem war, dass er in der Schweiz wohnte. Also zog Mama nach viel hin & herüberlegen in die Schweiz.  Da ich aber nicht von zu Hause weg wollte, zog ich zu meinem Papa & meiner Oma, die zusammen in einem Haus wohnten. Die 7. Klasse fing an.
Zu Beginn des Schuljahres war noch alles in Ordnung. Doch dann begann ich, öfter bei einer Freundin zu sein, die von meiner Klasse fertig gemacht wurde. Ich hielt zu ihr. Später gingen wir zu unserer Parallelklasse, weil die uns freundlicher aufgenommen hatten. Und dann ging alles los. Eine andere sehr gute Freundin aus meiner Klasse kam zu mir und beschwerte sich, dass ich nie bei ihr sei & was das denn für  eine Freundschaft sein sollte. Ich war völlig perplex. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Am nächsten Tag wollte ich mit ihr darüber reden, aber da hatte sie sich schon total von mir abgewandt & fing an, möglichst viel scheiß über mich zu erzählen. Das ging natürlich sofort durch die Klasse. Sie begannen, mich nach allen gängigen Formen fertig zu machen. Erzählten erst Kram, der so halb wahr war und später fielen ihnen auch ein paar eigene Geschichten ein. Im Bus mit Gurken nach mir zu werfen war wohl eine ziemliche witzige Beschäftigung.. nicht! Bald wollte auch die Parallelklasse nichts mehr von mir wissen. Ich war fast allein. Ich hatte noch genau 3 Menschen, die in den Pausen bei mir waren. Doch sie kamen aus unterschiedlichen Klassen und ich hatte schon gelernt, dass man, auch wenn man allein ist, nie eine Person dauernerven kann, sonst wendet sie sich auch bald von einem ab. Eine schwere Lektion. Das Klo wurde Aufenthaltsort. Da konnte dich keiner fertig machen, weil du allein warst. Zu Hause hatte ich das unfassbare Glück, dass meine damals beste Freundin meine Nachbarin war. Wir waren jeden Tag zusammen. Sie gab mir Halt.
Aber mir fehlte meine Mutter. Ich hatte mein Leben lang bei ihr gewohnt und jetzt, wo ich 13 Jahre war, war sie nicht da. Aber ich wollte ihr keine Vorwürfe machen. Wir hatten die Entscheidung des Umzugs zusammen getroffen. Wenn ich heute zurück denke, bin ich ziemlich überzeugt davon, dass diese Unsicherheit mich damals unbewusst verletzlich und angreifbar gemacht hat. Aber so ist es heute nun mal. Ich litt sehr unter der ganzen Sache. Ich wollte tatsächlich nicht mehr zur Schule. Ich, die immer gern zur Schule gegangen ist. Ich hatte immer Angst, irgendwo allein zu stehen. Denn dann kam immer jemand, und hat mich zum Beispiel gefragt, ob ich keine Freunde hätte, warum ich so hässlich oder dumm sei. Was ihnen gerade so eingefallen ist. Nach einiger Zeit vertraute ich mich einer wunderbaren Freundin und „Zweitmama“ an. Sie meinte, ich sollte das Ganze als Spiel sehen. Als Hilfe für die anderen. „Du bist so stark, dass man dir diese Aufgabe gegeben hat, damit die anderen daran wachsen. Hilf ihnen.“ Wir haben an diesem Mittwochnachmittag viel gelacht. Wenn du das Gefühl hast (oder weißt), dass du ihnen Überlegen bist, dann bist du wieder geschützt. Wenn du auf so absurde ‚Witze‘ wie: „Haha, seht mal, was Nena wieder für ein hässliches Kleid an hat“,  einfach mitlachst und dir auch was dazu ausdenkst („Ja, nicht? Hab mich an deinem Stil orientiert&ldquo, ist der Witz weg. Du musst es ja nicht wirklich witzig finden. In solchen Situationen habe ich meistens gelacht, weil ich mir dachte: Ihr tut mir leid. Aber hey, ich geb mir die größte Mühe, euch zu helfen.
Lachen ist ein nächstes Zaubermittel. Lacht doch einfach mit und nehmt nicht alles als persönlichen Angriff. Sie brauchen einfach was zum Reden.  Zieht euch nicht den Schuh des ‚Opfers‘ an.
Lachen, Selbstironie, nötige Arroganz. Liebe.
Ja, Liebe. Das waren immer mit meine Lieblingssituationen in diesem ‚Spiel‘. 
Ein Beispiel: Ich bin z.B. mit Hut zur Schule gekommen. Klassenkamerad x geht an mir vorbei, lacht schief & meint ironisch: „Schicker Hut.“ – „Danke“ – „Alter, das war Ironie! O_o“
Ironie spreche & höre ich fließend. Aber es war mir egal. Ich blieb ganz freundlich zu ihm. So kann er mich für minderbemittelt, dämlich oder sonstwas bezeichnen, aber er kann nicht behaupten, ich wäre ihm dumm gekommen. Ganz abgesehen davon war das ‚Danke‘ eigentlich ein:  ‚Gut, dass du das so siehst. So weiß ich, dass ich nicht wie jeder angepasste Durchschnittsmensch rumrenne. Danke.‘ , aber das musste er ja nicht wissen.

Und so bekam ich mein Leben wieder. Sie hörten auf, mich direkt fertig zu machen. Mehr wollte ich nicht. Ich versuchte auch nicht krampfhaft, wieder Anschluss in der Klasse zu finden. Wenn man sich freiwillig dazu entscheidet, allein zu arbeiten, fällt es einem unendlich viel leichter. Durch meine 3 Freunde damals, die zu mir gehalten hatten, kam ich zu den wunderbarsten Freunden, die man sich vorstellen kann. Wir waren fast alle die Außenseiter der Klasse. Im dem Moment, wo wir zueinander gefunden haben, waren wir aber wieder stark & später sogar stolz auf unsere Individualität.

 Heute bin ich sehr froh über diese Erfahrung. Es hilft mir, andere besser zu verstehen. Es sensibilisiert. Es hebt dich von den anderen ab. Es macht ich stark.

 

 

In Liebe,
eure Nena ♥

 

7.2.15 19:41

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Melanie / Website (7.2.15 21:10)
Hey, sei froh das es bei dir funktioniert hat ;-). Ich wurde auch mal gemobbt, weil so n Mädchen aus meiner parallelklasse mich nicht leiden konnte und scheiß über mich erzählt hat. Ich hab das gleiche versucht wie du, aber bei mir hat es nicht geklappt. Irgendwann ist das Mädchen dann umgezogen, und erst dann haben sie nach und nach aufgehört. Naja, viel Glück. Liebe grüße, deine melly.


Maccabros (9.2.15 10:46)
Ich kann es nachvollziehen - meine Schulzeit war teilweise die Hölle - aber Du hast es richtig gemacht - lasse Dir von diesen geistigen Tieffliegern nichts gefallen.
Schlage sie mit ihren eigenen Waffen.

Erbärmliche Menschen, die anderen so etwas antun...

GLG

Maccabros


flo / Website (15.2.15 21:58)
tolle nachbarin [ersatzmutter].
lachen ... ist tatsaechlich etwas ziemlich tolles!
ich glaube naemlich nicht,
dass das leben staendig ernst sein moechte.

gruess dich lieb.

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