lieben,glauben,kämpfen-leben!

Aufwachen ist die einzige Chance,die wir haben!
 
 

Autre Monde

"Morwenna erzählte: 'Es war vor langer Zeit, vor vielen, vielen Jahren & einem Tag. Einer, der suchte, kam an den schweigenden Stein, an einem Tag, da die Schleier zwischen den Welten sich lichteten. Er fand Eintritt, doch er verirrte sich in der Dunkelheit. Klebriger, dichter Nebel nahm ihm die Sicht. Der Weg war steil & schlammig, die Last, die er trug, drückte ihn nieder. Gebeugt schleppte er sich voran, ohne Ziel, ohne Richtung.
Er war ein starker Mann, ein kräftiger, ausdauernder Wanderer, und er wusste, er durfte nicht umkehren, ja, noch nicht einmal stehen bleiben. Trotzdem wurde er müde, und seine Kräfte erschöpften sich auf dem langen Weg. Schließlich strauchelte er, und als er sich mühsam wieder erhob, beschloss er, einen Teil seiner Last loszuwerden. Er wühlte & suchte, er wog & wägte, und endlich warf er Zorn & Ungeduld fort.
Danach wurde der Weg etwas weniger steil, aber der feuchte, klamme Nebel machte weiter seine Kleider schwer, und durch die Dunkelheit leuchtete kein Licht.
Als er wieder rasten musste und vor Schwäche keuchte, beschloss er, noch etwas von seiner Last zurückzulassen. Nach langem Ringen trennte er sich von seinem Ehrgeiz.
Der Weg wurde eben & trocken, der Nebel hob sich hier & da, aber spitze Steine drangen durch die Sohlen seines Schuhwerkes, und die Last drückte auf seine Schultern.
So warf er seinen Stolz weg und konnte aufrechter gehen. Aber die Dunkelheit hielt ihn wieder umfangen. Erst als er weitere Teile seiner Last aufgab, Ehre, Ruhm & Härte, riss der Nebelschleier auf, und das Licht der Sterne beleuchtete seinen Weg.
Er führte ihn an einen Waldrand, und dort warteten die Schönen aus dem Alten Volk auf ihn. Unter dem ewigen Vollmond verbrachte er lange Zeit, und er lerne von ihnen viele Dinge. Bis er schließlich den Wunsch hatte, zurückzukehren in die Welt, die er kannte.
Die Schönen lachten und zeigten ihm den Weg. Doch bevor er ging, brachten sie die Last zu ihm zurück & legten sie ihm zu Füßen.
'Vieles hast du abgelegt, eines hast du bei uns erworben!' erinnerten sie ihn. 'Möchtest du es tauschen, bevor du zurückgehst?'
Der Wanderer betrachtete, was er gewonnen hatte. Es war ebenmäßig & schön, schwer lag es in seiner Hand, stählern schimmerte die Oberfläche.
Es war die - Macht.
Die Schönen hielten ihm eine andere Gabe entgegen. Sie schien über ihren Händen zu schweben, gläsern, durchscheinend & glatt. Aus ihrem Inneren leuchtete ein opales Licht.
Und sie nannten es - Liebe.
Noch zögerte der Wanderer, und es fiel ihm schwer, die Macht aufzugeben, die er unter so vielen Mühen erworben hatte. Doch schließlich reichte er mit zitternden Händen den Schönen den stählernen Glanz.
'Heil dir, Weiser! Nimm nun deine alte Last wieder auf, denn du brauchst Zorn & Ungeduld, Stolz & Ehrgeiz, Ehre, Ruhm & Härte in deiner Welt. Doch legst du die Liebe über sie, wird die Last leicht, und du kannst sie mit dir tragen.' "

 (aus: Die keltische Schwester von Andrea Schacht)

5.4.15 21:14

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

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Maccabros (10.4.15 06:35)
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