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Aufwachen ist die einzige Chance,die wir haben!
 
 

Herzenswärme im Speichervorgang

Es ist Montag Abend. Vom 12.-16.Oktober war ich auf Seminarwoche von meinem Bundesfreiwilligendienst. Und obwohl das schon 4 Tage her ist und mich der Alltag sonst so schnell wieder einholt, bin ich gedanklich noch immer bei dieser Woche. Aber es geht nicht nur mir so. Auch diejenigen, die mit mir diese Zeit verbracht haben, denken eher an unsere Abenteuerwoche zurück als im Jetzt zu bleiben.
Wie das sein kann, möchte ich heute hier schreiben, denn irgendwie war es für uns ein kleines Wunder.

Montag - Seminartag 1
Der erste Tag war sehr erfolgreich. Ich hab nicht nur viele Namen in meinem Kopf reanimiert, sondern total spannende Menschen kennengelernt. Das Nehmen und Geben, welches ich mir schon so lange wünsche, beginnt nun endlich! Da war zum einen ein Mädchen, das ein sich in einer sehr positiven und liebenden Zukunft sieht, in der moderner Kommunismus vorherrscht. Damit ist ihr Weltbild positiver gestaltet als meines. Ein erhellendes Gefühl, so mutige Leute.
Dann war da noch die kleine Veganerin. Sie macht Yoga und hat - aufgrund derselben Quelle - die gleiche Vision wie ich von einer nicht-technokratischen Welt auf Familienlandsitzen. Ani hat ganz recht, wenn sie bei ihr von "so einer Aura" spricht. Abends beim Spiel hat sie einfach so meinen Kopf gekrault und meine Haare gestreichelt. Für mich ist das eine sehr intime Geste, aber ich fand sie von ihr so angenehm. Warum also trau ich/trauen wir uns sowas nicht auch einfach mal?
Außerdem war da diese ganze Gruppendynamik. 30 verschiedene Leute und keine Zickereien, keine Intrigen. Liegt das nur daran, das wir sozial ausgerichtet sind, oder sind wir einfach was besonderes? Ich habe Leute gefunden, die mir so gleich sind, so parallel laufen, wie nicht mal meine engsten und liebsten Freunde. Ich habe die Energie, die Spiritualität gefunden, nach der ich schon eine ganze Weile suche.

Dienstag - Seminartag 2
Auch heute war ein spannender Tag. Vielleicht bringen mir die Seminarstunden selbst nur begrenzt was, dafür sind die Gespräche danach umso intensiver.
Wie geplant bin ich heute um 7Uhr aufgestanden, um mit Yoga zu machen. Ist leider nicht so meins, aber ich bin froh, es ausprobiert zu haben. Vormittags sollten wir dann über unsere Einsatzstellen berichten, doch in unserer Gruppe ist es in eine sehr interessante und angeregte Diskussion über die Flüchtlingspolitik ausgeartet. Dieses Thema war bis jetzt immer das Ende vieler Sympathien und Gesprächen bei mir, aber heute fand ich es echt spannend, die verscheidenen Ansichten mal wirklich überlegt dargestellt zu sehen.
Hier im Seminar merke ich erst, wie sehr mir die Nähe zur Natur zu Haus fehlt. Hier bin ich einfach immer glücklich. Wenn ich Menschen will, misch ich mich dazwischen, wenn ich Ruhe will, such ich mir ein kuscheliges Plätzchen und wenn ich raus will - dann geh ich einfach. Der Wald ist direkt auf dem Grundstück. Es ist so schön und die Menschen sind so inspirierend. Ich hoffe innig, dass ich diese gesammelte Herzenswärme für mich speichern und nutzen kann.

Mittwoch - Seminartag 3
Immer wenn ich abends schreibe, fällt mir nur noch der schöne Abend ein, also erzähle ich diesmal rückwärts. Bis eben saß ich bei den mir nahestehensten Leuten und wir haben eine Geschichte vorgelesen und einen eigenen Slammertext  vorgetragen bekommen. (dieser folgt später!). Vorher saß ich mit einer Freundin und einem sehr stillen Jungen zusammen. Ehrlich gesagt, sieht er aus, wie ein cooler Mitläufer, aber das ist er so gar nicht. Er hat Geschichten von seiner Mutter, die in Ghana arbeitet erzählt und von seiner familiären Lebensform und so vielen Dingen, die man nicht erwartet hätte. Der Schein trügt eben oft.
Über den Tag verteilt hatten wir Erlebnispädagogik, was unseren Zusammenhalt nochmal total gestärkt hat. Wir mussten zusammenarbeiten. Aber nachdem die Problematik benannt wurde, aber wir haben immer ruhig diskutiert und eine gute Lösung gefunden. Ich dachte immer, solche Gruppen gibt es eigentlich gar nicht, die so etwas so gut meistern können. Unter anderem mussten wir uns von einem Partner blind durch den Wald führen lassen. Eigentlich bin ich bei "Fremden" zurückhaltend und habe kleine Berührungsängste. Aber nach kurzer Eingewöhnungszeit habe ich dem Jungen, der mich geführt hat, voll vertraut und hab mich, solange er mich festhielt, total sicher gefühlt.

 

-Fortsetzung folgt - 

19.10.15 21:56

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Caroline / Website (20.10.15 06:37)
Dein Bericht klingt fantastisch! Während des Lesens musste ich die ganze Zeit grinsen, weil man richtig merkt, wie sehr dir die Seminarwoche gefallen hat. Hast du denn die Möglichkeit, um mit den anderen Teilnehmern auch weiterhin in Kontakt zu bleiben?
Bin schon total gespannt auf die Fortsetzung...

Liebe Grüße,
Caroline

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