lieben,glauben,kämpfen-leben!

Aufwachen ist die einzige Chance,die wir haben!
 
 

Unsere Herzenswunderwoche II

Fortsetzung Mittwoch
Die kleine Veganerin lehrt mich weiterhin unbewusst, mutig zu sein. In ihrer Gegenwart habe ich eher das Gefühl, dass es komisch ist, sich einige Dinge nicht zu trauen. Wie recht sie hat. Meine neue Freundin Ani meinte heute zu mir, wenn ich beim nächsten Seminar (wie wegen meines Au-pair Aufenthaltes eigentlich geplant war) nicht dabei bin, "fehlt ja der einzige Mensch hier, den ich wirklich gern hab!" Diese Aussage war so süß, egal, wie viel Wahrheitsgehalt in ihr steckte.

Donnersatag - Seminartag 4
So, heute ist echt schon Donnerstag. Aufwachen. Duschen. Frühstück. 5 Stunden Schlaf auf Dauer machen sich langsam bemerkbar, aber kostbare Zeit muss ausgenutzt werden. Wie oft bekommt man abends Geschichten vorgelesen und kann in großer Runde Brett- und Kartenspiele spielen? Richtig, viel zu selten in heutiger Gesellschaft.
Vormittags ging es zu einer Referentin, die uns die "Manipulation durch die Medien" nahebrachte. Kannt ich zwar schon vieles, weil ich diese Manipulation gern beobachte, aber interessant war es trotzdem. Danach bin ich mit Ani durch den Wald spaziert. Wie wunderbar, zu Hause macht das keiner von sich aus mit mir. Wir haben erzählt und dem Wald gelauscht. Als wir zurückkamen, gab es bald essen. Das Essen wurde übrigens von uns selbst gekocht. Es ist einer der Grundsätze unseres Trägers, dass wir selbstversorgend arbeiten. Das kostet zwar Zeit, rüstet uns aber für's Leben. Danke ijgd! Beim Mittag musste ich endlich meiner Teamerin beichten, dass ich mein BFD wohl vorzeitig abbrechen werde. Sie war betrübt, klar, auch wenn sie meine Begründung verstand (Au-pair.). Als sie sich meinen Traum anhörte, gab sie mir noch weiterführende Tipps und verstand nicht, warum ich ihn für eigentlich unerreichbar hielt. Aus irgendeinem Grund ging mir dieses Gespräch näher als all meine anderen "ja, ich mach eigentlich nur ein Praktikum"-Erklärungen. ich war den Tränen nahe und überlegte, Irland einfach abzubrechen und vielleicht später zu machen. Ich brauchte Luft!
Als ich wieder ruhiger war, wählten wir unsere weiteren Seminarthemen, über die wir etwas lernen wollten. Es ist so schön, selbst mitzubestimmen und ernst genommen zu werden. Zu späterer Stunde schlug der letzte Abend an. Leider haben wir es nicht geschafft, einen Abschlussabend für uns alle zu gestalten, sondern es ging ein bisschen getrennt. Ich habe meinen neuen Freunden beim spontanen Improtheater zugesehen. Wahnsinn wie viel Phantasie in ihnen steckt. Ich für meinen Teil musste feststellen, dass Spontanität bzw. Improvisation nicht wirklich in meiner DNA verankert sind, also habe ich das Gesamtbild lieber von außen betrachtet.
Gegen 0Uhr bildete sich noch einmal eine Flüchtlingsdebatte, aber ich zog mich zurück, weil mir zu dieser Stunde nicht nach dieser Art Tiefsinn war. Zum Schluss - obwohl ich pünktlich schlafen wollte - gab es gegen 2Uhr noch eine letzte Gute Nacht Geschichte.

Freitag - Seminartag 5 - Heimreise
Die Nacht war für's Autofahren viel zu kurz, aber gut, wir waren Kochgruppe und wollten schließlich alle Frühstück. Die Sachen waren schnell gepackt und nach dem Essen haben wir gemeinsam aufgeräumt. Nach 4 Tagen haben wir dann auch die Fotofunktion auf unseren Handys gefunden und alle haben noch ein paar Erinnerungen damit eingefangen. Die Auswertung war sehr schön, liebevoll und vor allem konstruktiv. Süß war die Anmerkung eines Jungen, der darauf aufmerksam machte, wie schön wir alle füreinander da waren. Es ging einigen schlecht. Beziehungsstress und andere Probleme. Aber anstatt das zu "übersehen" und selbst top gelaunt zu sein, hat sich immer jemand dazugesetzt und im Notfall wurde zusammen ein Glas Nutella aufgegessen. "Was ich hier gelernt hab, ist, dass man sich auch mal öffnen kann und sollte und nicht immer den Starken spielen muss."
Dann kam der traurige Teil, der Abschied. Krass wie wichtig einem einige Leute nach 4 Tagen werden können. Jennys leuchtende Augen und Anis Engergie fehlen mir schon jetzt. Alle nochmal drücken und dann los, den langgezogene Abschiede sind noch blöder.. Aber wir hatten ja noch die Autofahrt. Sarah Connor , Tonbandgerät und wir dazwischen am singen, heulen, erzählen. In Magdeburg angekommen sind Ani und ich noch im Vapiano essen gegangen. Das war so unglaublich schön! ♥ Wir haben nicht einfach nur erzählt, nein, die Themen kreisten um Gott, Lebenssinn, Depression, Psychologie, Krisenthemen und wieso ich davor die Augen verschließe. Dann haben wir zusammen meditiert. Einfach so. Ohne Umstände und in der Öffentlichkeit. Ich dachte immer, ich könnte so etwas nicht, aber das war so simpel und wohltuend. Dann habe ich die Augen wieder geöffnet und Ani im selben Moment. Wir haben ein richtiges kleines Energiefeld aufgebaut und das war so wunderbar.

 

Ich kann überhaupt nicht beschreiben, wie heilend diese Woche für mich war. Der Eintrag klingt vielleicht kitschig, aber so war es und genau das habe ich gefühlt. Dem Himmel sei dank konnte ich diese ganze erhebende Bandbreite an Gefühlen wahrnehmen. Da war so viel Freundschaft, Fürsorge, Respekt, Spaß und Tiefe zwischen uns allen, dass man das eigentlich nur fühlen und nicht erklären kann. Ich hoffe so sehr, dass diese Herzenswärme noch lange hier zu Haus und in mir anhält.

Danke an euch alle: Jenny, Ani, Mirko, Jasper, Lisbeth, Thomas, Max, Danilo, Cynthia, Nadja, Christine, Vivi, Nicole, Celine, Marie, Steffen, Susanne und allen anderen..
Ich freu mich schon auf Januar!

 

In Liebe,
eure Nena ♥

20.10.15 20:01

Letzte Einträge: Metaphorisch ?, Fastenzeit 2017, Seminar-Event-Begleitung, "Wann werden Sie leben? Wann?, Lebenszeichen

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